Fahrpraxis
Sicher durch die Berge: Linienwahl, Blickführung und Tempo auf Passstraßen
Der ADAC hat seine Hinweise zum Fahren im Gebirge 2026 aktualisiert. Fünf konkrete Routinen helfen bei engen Kehren, wechselndem Grip und langen Abfahrten.
- Veröffentlicht
- 24. August 2026
- Lesezeit
- 2 Min.

Kurz eingeordnet
Passstraßen verdichten viele Anforderungen auf wenigen Kilometern: enge Kehren, Gegenverkehr, Gefälle, wechselnder Belag und schnelle Wetterumschwünge. Der ADAC hat seinen Gebirgsratgeber im Sommer 2026 aktualisiert. Daraus lassen sich fünf klare Routinen für die nächste Tour ableiten.
1. Vor der Kurve fertig sein
Tempo und Gang gehören vor dem Einlenken gewählt. Wer erst in Schräglage hektisch bremst oder schaltet, nimmt dem Motorrad Stabilität. Fahre so an, dass noch Reserve für eine enger werdende Kurve, Rollsplitt oder ein entgegenkommendes Fahrzeug bleibt.
2. Den Ausgang suchen, nicht den Rand
Der Blick führt die Linie. Richte ihn früh durch die Kurve und weiter zum sichtbaren Ausgang. In unübersichtlichen Rechtskurven bleibt die eigene Linie konsequent von der Fahrbahnmitte entfernt; in Linkskurven darf weder Kopf noch Oberkörper in die Gegenfahrbahn ragen.
3. Kehren weit und kontrolliert aufbauen
Enge Serpentinen brauchen Geduld. Nutze den verfügbaren Raum innerhalb der eigenen Spur, halte eine gleichmäßige Zugkraft am Hinterrad und vermeide einen zu frühen Scheitelpunkt. Bergauf hilft ein passender niedriger Gang; bergab zählt eine saubere Kombination aus Motorbremse und dosierter Betriebsbremse.
4. Gefälle nicht mit Dauerbremsen beantworten
Wähle bergab früh einen Gang, der das Motorrad mitbremst. Dauerhaft schleifende Bremsen können heiß werden und an Wirkung verlieren. Kurze, klare Bremsphasen mit anschließender Entlastung sind besser kontrollierbar. Wenn sich der Druckpunkt verändert, ist eine sichere Pause wichtiger als der Zeitplan.
5. Gruppe mit Sichtweite statt Ziehharmonika
Fahre nicht am Hinterrad der vorausfahrenden Person. Ein größerer Abstand schafft Sicht auf Belag, Kurvenradius und Gegenverkehr. Jede Person fährt die eigene sichere Linie; an Abzweigungen wartet die Gruppe an einem gefahrlosen Ort, statt verlorene Meter mit höherem Tempo aufzuholen.
Vor der Passauffahrt
Reifendruck, Bremsgefühl und Kraftstoffstand prüfen; lose Kleidung und Gepäck sichern; Wetter und Passstatus abrufen; Navigationshinweise nur als Orientierung nutzen. Wenn Müdigkeit oder Unsicherheit steigt, ist eine kurze Pause die fahrerisch stärkere Entscheidung.
Quellen & weiterführende Infos
Offizielle Stellen und Primärquellen zum aktuellen Stand des Beitrags.
